Die 10 wichtigsten AIP – Autoimmunprotokoll Paleo – Fragen

AIP -Autoimmunprotokoll Paleo

AIP – Autoimmunprotokoll Paleo

Zum AIP (Autoimmunprotokoll Paleo) gibt es immer viele Fragen und Gerüchte. Zumeist erfolgt die Anregung sich „da“ richtig einzuarbeiten. Was ist aber mit denen, die sich nur einmal einen kurzen Überblick verschaffen wollen, um dann zu entscheiden, ob sie sich weiter einarbeiten wollen oder nicht?

Da ich als Sprecherin im Online Autoimmunkongress vom 23.07.2017 bis 01.08.2017 zum Thema Autoimmunprotokoll sowohl als Anwenderin, wie als Ernährungsberaterin interviewed wurde, möchte ich hier einen kleinen Überblick über das Thema geben. Ausführlicher wird es dann in meinem kostenlosen Interview am Mittwoch, den 26.07.2017  (hier kann man sich noch anmelden)

oder auch gerne bei einem kostenlosen 30-minütigem Erstgespräch mit mir.

Hier geht es zu den 10 AIP (Autoimmunprotokoll Paleo) Fragen:

Frage 1: Wer hat das AIP entwickelt?

Schon Professor Dr. Loren Cordain, der als einer der Gründer der Paleo Bewegung anzusehen ist, schrieb, dass nicht nur Getreide, sondern auch andere Stoffe in bestimmten Lebensmittelgruppen bei Menschen mit Autoimmunerkrankungen zu Problemen führen können. Diese sollte man mit einer Autoimmunerkrankung zusätzlich zu einer Paleoernährung besser weglassen.

Ausgangslage war, dass Stoffe wie Saponine und Lektine die Darmdurchlässigkeit fördern und das Immunsystem zu Überreaktionen verleitet wird. Dies wird als Ursache für Autoimmunerkrankungen diskutiert.

Unterstützt wurden diese Beobachtungen von Robb Wolff, der eine Art Autoimmunprotokoll Paleo in seinen Büchern zuerst veröffentlichte.

Das Autoimmunprotokoll Paleo in seiner Ausführlichkeit, so wie wir es momentan kennen, ist Dr. Sarah Ballantyne zu verdanken. Als Selbstbetroffene und wissenschaftliche Arbeitende arbeitete sie sich intensivst in Studien zum Thema ein und wendete ihre Erkenntnisse praktisch bei sich an. Ihr Blog Paleomom und ihr Buch „Die Paläo Therapie“ sind die ausführlichsten Erkenntnisse, die man momentan zu diesem Thema finden kann.

Dr. Terry Wahls hat ein ähnliches Protokoll, das Wahls Protokoll, entwickelt um ihre MS in Remission zu bringen.

Doch ich werde hier schon zu ausführlich, daher

 

Frage 2: Was ist das AIP?

Das Autoimmunprotokoll Paleo ist eine sogenannte Eliminationsdiät. D.h., es ist keine Dauerernährung, sondern es werden bestimmte Lebensmittel für einen ungefähren Zeitraum von 1-3 Monaten weggelassen und anschließend wieder eingeführt.

Es werden die Nahrungsmittel weggelassen, die am bekanntesten dafür sind, Darm- und Gesundheitsprobleme zu verursachen.  Durch das Weglassen sollen der Darm und das Immunsystem Zeit bekommen sich zu regenerieren sich zu beruhigen.

Erst dann kann, wie ich aus eigener Erfahrung sagen kann, der Körper wirklich zeigen, was er an Nahrungsmitteln verträgt und welche nicht. Man kann somit seine persönlichen Triggerlebensmittel herausfinden und gleichzeitig seinem Darm und seinem Immunsystem etwas Gutes tun, indem man Entzündungsvorgänge reduziert.

 

Frage 3: Was darf ich in der Eliminationsphase des AIP nicht essen?

  • Keine Getreide und Pseudogtreide
  • Keine Milchprodukte
  • Keine Leguminosen (Erbsen, Bohnen, Linsen), insbesondere Sojaprodukte
  • Keine Nüsse und Saaten, auch nicht in Form von Gewürzen
  • Keine Nachtschattengewächse (Tomaten, Auberginen, Kartoffeln)
  • Keine Eier
  • Keine raffinierten Fette/Öle
  • Kein Zucker, kein Süßstoff oder Zuckeraustauschstoffe
  • Obst nur wenn man unter 20 g Fruktose pro Tag bleibt
  • Natürlich sollen auch alle Lebensmittel weggelassen werden, auf die man bereits unverträglich getestet wurde
AIP Autoimmunprotokoll Paleo Gemüse

AIP Gemüse

Frage 4: Was bleibt dann noch übrig?

  • Sehr viel Gemüse in allen Farben des Regenbogens
  • Weidefleisch
  • Geflügel aus Freilandhaltung
  • Meeresfrüchte
  • Fisch aus Wildfang
  • Innereien
  • Knochenbrühe
  • Obst, solange man unter 20 g Fruktose am Tag bleibt
  • Fette wie natives Olivenöl, Kokosöl, Schmalz, Talg
  • Natürliche Süßungsmittel in Maßen
  • Fermentiertes Gemüse, Kokosjoghurt, Kokosmilch
  • Pflanzenmehle wie Kokosmehl, Tapiokastärke, Erdmandelmehl, Gari

 

Auch wenn es erst so aussieht, als ob nicht viel übrig bleibt, AIP eröffnet einem eine ganz neue Lebensmittelvielfalt, wenn man sich erst einmal auf dieses Thema einlässt.

Aprikosen im AIP

Aprikosen sind AIP konform

Frage 5: Warum wird so viel Wert auf die Herkunft des Fleisches/Fisches gelegt?

Das AIP will nicht nur möglichst viele entzündungsfördernde Lebensmittel eliminieren, sondern gleichzeitig dem Körper die größtmögliche Nährstoffdichte bieten. Fleisch aus Weidehaltung und Fisch aus Wildfang haben eine größere Nährstoffdichte und eine bessere Zusammensetzung was Omega 3 Fette angeht, als Fleisch aus Massentierhaltung.

Zudem sind Fleisch und Fisch die einzigen Eiweißquellen beim AIP.

Eiweiß ist essenziell/unersetzlich für uns und daher ist es gerade im Krankheitsfall besonders wichtig auf gute Eiweißquellen zu achten und Schadstoffe, wie Medikamente, die in der Massentierhaltung eingesetzt werden, zu vermeiden.

Der Punkt der Schadstoffverminderung gilt natürlich auch für Obst und Gemüse.

Weiderrinder im AIP

Weiderinder

Freilandhuhn für das AIP

Freilaufende Hühner

Frage 6:  Ist AIP Low Carb?

Eine Low Carb Ernährung sagt lediglich aus, dass der Kohlenhydratanteil pro Tag mindestens unter 150 g/Kh pro Tag liegt. Die meisten verstehen darunter eine Ernährung zwischen 60 und 90g Kh/Tag, unter 40 g KH/Tag wird in der Regel von einer ketogenen Ernährung gesprochen.

Das AIP kann man sowohl ketogen, wie auch mit einem höheren Kohlenhydratanteil machen. D.h., man muss den Kohlenhydratanteil an seine persönlichen Bedürfnisse anpassen. Dr. Sarah Ballantyne empfiehlt das AIP nicht ketogen zu machen, Dr.Terry Wahls hat gerade ihr Wahls Protokoll ketogen entwickelt. Es ist alles möglich.

Ich habe das AIP ketogen und histaminarm gemacht, auch dies ist möglich.

 

Frage 7: Muss ich für immer auf diese Lebensmittel verzichten?

Die strenge Eliminationsphase im AIP geht höchstens über drei Monate, bei vielen reicht auch 1 Monat aus. Dann werden Lebensmittel wieder schrittweise eingeführt. Diese Einführungsphase kann sich durchaus über ein halbes bis ein Jahr hinziehen.

Die Einführungen sind in Gruppen gestaffelt, d.h. Lebensmittel, die höchstwahrscheinlich am wenigsten Probleme machen, werden als erstes wiedereingeführt. Oft staunt man, auf welche Lebensmittel der Körper nun Reaktionen zeigt oder eben auch nicht. Ich hätte zum Beispiel vor dem AIP geschworen, dass ich Eier gut vertrage. Heute weiß ich, dass ich nur das Gelbe vom Ei gut vertrage, das Weiße jedoch gar nicht.

Der Körper zeigt seine Reaktionen sehr unterschiedlich. Die einen reagieren z.B.mit Kopfschmerzen oder Übelkeit, ich habe hauptsächlich über die Haut reagiert.

Am Ende des AIP sollte man herausgefunden haben, welche Lebensmittel für einen persönlich nützlich und welche eher schädlich sind. Jeder endet also beim AIP mit seiner persönlichen Ernährungsweise und da der Körper darauf mit einem gesteigerten Wohlbefinden reagiert, ist es auch nicht mehr so schwer diese Ernährung langfristiger durchzuhalten.

AIP Obst

Obst im AIP

 

Frage 8:  Ich habe Nahrungsmittelunverträglichkeiten, kann ich dann AIP machen?

Vom Prinzip her ja. Ich habe das AIP histaminarm gemacht und konnte, trotz getesteter Fruktoseintoleranz, zunehmend Gemüse und Obst wieder essen.

Trotzdem müssen Nahrungsmittelintoleranzen, und natürlich auch Allergien und Kreuzallergien,  von Anfang an im persönlichen AIP beachtet werden. Manche haben Glück und durch die Darmberuhigung bessern sich auch die Intoleranzen. Manche entdecken aber auch erst, weil das AIP nicht wirklich wirksam ist, tiefer gehende Unverträglichkeiten, die noch andere Maßnahmen als AIP erfordern.

Dies lässt sich leider nicht voraussagen.

 

Frage 9: Ich bin Veganer, kann ich das AIP auch machen?

So, wie es Dr. Sarah Ballantyne vorgibt, lässt sich das AIP als Veganer nicht machen, denn das lebenswichtige Eiweiß ist nur im Form und Fleisch und Fisch enthalten und dies hat auch seine Begründungen.

Dr.Terry Wahls hat ein zusätzliches Alternativprogramm zu ihrem Wahls Paleo Plus Programm, aber auch sie merkt an, dass Fleisch und Fisch ihr bei der Genesung geholfen haben und sie empfiehlt eine vegane Ernährung als Exveganerin nicht.

AIP Knochenbrühe

AIP Knochenbrühe

Frage 10: Kann ich meine Autoimmunerkrankung mit AIP heilen?

Wer den Interviews im Autoimmunkongress folgt, wird sehen, dass es eine Vielzahl an natürlichen Ansätzen gibt auf ein Autoimmungeschehen Einfluss zu nehmen. Ernährung ist ein Grundpfeiler des Lebens und damit ein wichtiger Faktor. Man sollte allerdings nicht den Fehler machen und zu einseitig denken. Zu einem Autoimmungeschehen gehören viele Faktoren und es gehören auch viele Faktoren dazu, ein Autoimmungeschehen in Remission zu bringen. Nicht auf alle haben wir Einfluss und bei jedem sieht die individuelle Konstellation anders aus.

Was wir als Betroffene machen können, ist die für uns besten Optionen auszuwählen, diese auszuprobieren und zu kombinieren. Jeder Betroffene muss sein eigenes Puzzle zusammensetzen.

Für mich persönlich war das AIP ein wichtiger Meilenstein zur Besserung. Ich habe deutlich an Energie und Lebensqualität gewonnen, meine schwere Urtikaria (Nesselsucht) verschwand überwiegend, meine Fruktoseintoleranz ist heute nicht mehr spürbar und meine Nahrungsergänzungsmittel kamen besser an. Dazu habe ich aber auch eine Vielzahl an anderen natürlichen Behandlungen gemacht und mache sie auch noch heute. Die Ernährung bleibt für mich aber immer der Grundpfeiler Nummer 1 und deshalb liegt mir dieser Bereich besonders am Herzen. Dazu berate ich Sie gerne!

Wer jetzt neugierig geworden ist und mehr über natürliche Behandlungen bei Autoimmunerkrankungen erfahren will, kann sich noch beim kostenlosen Autoimmunkongress anmelden: Ja, ich möchte am Online Autoimmunkongress teilnehmen!

Anke und Mangold aus eigenem Anbau

Mangold aus eigenem Bioanbau

Bildquellen: Anke Komorowski, Copyright 2017

 

7 Antworten
  1. Claudia
    Claudia says:

    Vielen Dank für den sehr interessanten Beitrag!
    Ich habe eine Frage zum Obst. Woher weiß ich, welche Obstsorten besonders geeignet sind und in welchen Mengen?
    Vielen Dank

    • Anke
      Anke says:

      Hallo, wenn keine Intoleranzen und Allergien vorliegen, kann man fast alles an Obst im AIP essen. Man muss nur unter 20g Fruktose am Tag bleiben. Ein Apfel hat zum Beispiel ca.6 g Fruktose pro 100 g, 100g Brombeeren haben ca. 3 g Fruktose, nur einmal als Beispiel. Ein bis zwei Portionen Obst am Tag sind daher beim AIP in der Regel problemlos. Eine große Schüssel Obstsalat ist eher kontraproduktiv. Gemieden werden sollte Obst was zu den Nachtschattengewächsen gehört. Dazu gehören Gojibeeren, Kapstachelbeeren, Stachelbeeren, die Melonenbirne und bedingt auch die Zuchtheidelbeere. Wildheidelbeeren sollen von von einer anderen Art abstammen und keine Nachtschattengewächse sein. In manchen Listen werden Melonen als Nachtschattengewächse angegeben, in anderen Listen zählen Sie zu den Kürbisgewächsen. Sarah Ballantyne ordnet sie aber zu den erlaubten Obstsorten. Hat man eine bereits festgestellte Nahrungsmittelunverträglichkeit muss man auch das AIP entsprechen darauf abstimmen. Ich helfe dann gerrne dabei!

      • Anja
        Anja says:

        Heidelbeeren gehören nicht zu den Nachtschattengewächsen, sondern zu den Ericaceaen, genau wie die Waldheidelbeere. Nur sind die Kulturheidelbeeren gezüchtet von aus Nordamerika stammenden Sorten.
        Die Melonenbirne ist ein Nachtschattengewächs, die Physalis (Kapstachelbeere) ebenfalls.
        Die Melone gehört unter keinen Umständen zu den Nachtschattengewächsen, sondern wie Sie bereits schreiben, zu den Kürbisgewächsen (Cucurbitaceaen). Das ist etwas ganz anderes und nicht im geringsten verwandt mit den Nachtschattengewächsen (Solanaceaen).
        Die Stachelbeere gehört auch nicht in diesen Zusammenhang. Hat ebenfalls nicht das geringste mit Nachtschattengewächsen zu tun.
        Falls Sie Fragen zur Botanik oder der Zugehörigkeit von Obst und Gemüse haben, können Sie sich gerne an mich wenden. Ich helfe da als Gärtnerin gerne weiter.

  2. Mary
    Mary says:

    Hallo,
    wie ist es wenn man Vegetarier ist, Laktose und Histaminintoleranz sowie Hashimoto hat. Kann ich dann das aip machen? Danke

    • Anke
      Anke says:

      Hallo, Laktose ist kein Problem beim AIP, da es keine Milchprodukte und keine industriell verarbeiteten Produkte gibt. Das AIP lässt sich histaminarm gestalten, ich habe es auch in einer histaminarmen Variante gemacht. Rein vegetarisch ist beim AIP nicht möglich, weil es außer Fleisch und Fisch keine wirklichen Eiweißquellen gibt. Es gibt zwar immer Menschen, die es vegetarisch/vegan vesuchen, aber meiner Meinung nach ist dann die Gefahr eines Eiweißmangels sehr hoch und viele wichtige Stoffe, die der Körper zur Regeneration benötigt, fallen dann weg. Vom Grundkonzept her ist das AIP weder vegetarisch, noch vegan.

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