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Alternative Ernährungsformen

Frag Anke 3

Kurze Fragen, die auch für andere interessant sein sollten, kann man mir gerne an anke@ernaehrungsbausteine.de , Stichwort „Frag Anke“ schicken. Persönliche Beratungen kann und soll diese Rubrik nicht ersetzen.

Die heutige Frage lautet:

„Ich habe den Eindruck, dass ich immer Probleme mit Gemüse, auch im AIP, habe. Gibt es eine alternative Ernährungsform/Eliminationsdiät?“

Antwort:

Probleme mit Gemüsen können unterschiedliche Ursachen haben. Eine Lektinproblematik, ein Problem mit verschiedenen Stärken, aber auch eine Fruktose- Sorbit oder Salycilatproblematik können dahinter stecken. Man kann diese Faktoren natürlich einzeln austesten, aber dies benötigt viel Zeit.

Eine andere Möglichkeit besteht darin auf Gemüse zu verzichten und zu sehen, was passiert.

Aber haben wir nicht schon als Kleinkinder verinnerlicht, dass zu einer gesunden Ernährung Gemüse gehört? Das wir ohne Gemüse keine Vitamine bekommen?

Dies wird jedoch zunehmend in Frage gestellt. Die carnivore Ernährungsform bei der nur tierische Produkte gegessen werden, nimmt immer mehr Raum in Berichten über alternative Ernährungsformen und Eliminationsdiäten ein, besonders im Bereich Autoimmunerkrankungen und Unverträglichkeitsreaktionen.

Dabei ist die einfachste Form und Elimination die zeitweise Beschränkung auf Produkte vom Rind, Wasser und Salz, die sogenannte „Lionsdiät“.

Eine der bekanntesten englischsprachigen Bloggerinnen zu diesem Thema ist Mikhaila Peterson, die sich mit dieser Ernährung u.a.von juveniler rheumatoider Arthritis befreien konnte.

Zwei Ärzte, Paul Saladino und Shawn Baker, haben Bücher zu dem Thema geschrieben und sind auf Instagram und YouTube zu finden.

Auf Deutsch gibt es den tollen Podcast „Fleischzeit“, wo dieses Thema aus unterschiedlichen Richtungen angegangen wird und viele Erfahrungsberichte gelistet sind .

In Ungarn gibt es die Ärzte von Paleomedicina, die auch eine deutschsprachige Website haben.

Andrea Simoneit betreibt die sehr informative deutschsprachige Website https://www.carnitarier.de/ (Kein Affiliatelink, aber Werbung für sie)

 

Ich kann sagen, dass ich ein halbes Jahr strikt Carnivor  in einer speziellen Variante für Migräneerkrankte gelebt habe und seitdem Carnivor mit etwas Gemüse lebe. Das AIP hat mir schon sehr geholfen, aber mit dem Stanton Migraine Protocol (eingetragenes Warenzeichen, geschützter Begriff, daher berate ich nicht zu diesem Protokoll, ) in der carnivoren Variante habe ich es tatsächlich geschafft, meine Migräne, die in den Wechseljahren wieder Fahrt aufgenommen hatte, zu kontrollieren. Dazu vielleicht ein anderes Mal mehr.

 

AIP- Mein Interview bei Podiom

Im Internet liest man immer wieder vom Autoimmunprotokoll, es wird in Gesundheitsgruppen empfohlen, diskutiert und viele Rezepte auf Blogs und Pinterest sind plötzlich mit dem Kürzel „AIP“ gekennzeichnet.

Doch was ist es jetzt genau, was kann es, und ist es für mich wirklich geeignet?

In diesem Zusatzartikel zu meinem Interview  bei der Podiom Autoimmun Woche vom 16.4.2021 bis 25.4.2021  (Affiliatelink) möchte ich einmal Licht in das Dunkel bringen.

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Wer ist „ich“? „Ich“ bin Anke Komorowski, Ernährungsberaterin BTB und selbst mit einigen Nahrungsmittelintoleranzen und der Autoimmunerkrankung Hashimoto „gesegnet“. Ich habe meinen Beruf nicht zuerst gelernt und mich dann selbst behandelt, sondern ich bin den umgekehrten Weg gegangen. Ich habe zuerst unzählige Dinge ausprobiert und bin dann auf das Autoimmun Protokoll Paleo, sprich AIP, gekommen. Dieses Protokoll war mit anderen Meilensteinen ein besonderer Punkt auf meinem Weg zu deutlich verbesserter Gesundheit.

Erst danach habe ich noch den Ernährungsberater beim BTB gemacht, um meine praktischen Erfahrungen auch noch mit einem theoretischen Fundament zu versehen.

Allerdings ist das AIP kein Ernährungsprotokoll, das offiziell gelehrt und empfohlen wird. Dazu ist es in seiner Entstehung und Ausarbeitung noch zu jung und deshalb nicht anerkannt. Man führt es also in reiner Selbstverantwortung durch.

Für das AIP sprechen unzählige positive Erfahrungsberichte. Menschen, die in den herkömmlichen Ernährungsrichtlinien keine Hilfe gefunden haben, sind in der Regel experimentierfreudig und übernehmen die Verantwortung für ihren Körper selbst. Wer kann einem schon besser mitteilen, ob man ein Lebensmittel verträgt als der eigene Körper? Ich fand es enorm wichtig, wieder auf diese Stimme zu hören, nachdem es mir unter jahrelanger Vollwertkost nach Bruker und später unter veganer Ernährung zunehmend schlechter ging.

 

Also, los geht’s, was ist das AIP jetzt?

Das AIP hat sich aus der Paleoernährung entwickelt, deren Hauptgründer Dr. Loren Cordain war. Schon er hat darauf hingewiesen, dass Lebensmittel wie Getreide, Kartoffeln und Tomaten, also Nachtschattengewächse, für Menschen mit Autoimmunerkrankungen kontraproduktiv sein können. Weiter ausgeführt wurden diese Erkenntnisse dann von Robb Rolf, einem Vorreiter der Paleoernährung.

Dr.Sarah Ballantyne ist schließlich mit dem Buch (Achtung! Werbung!) „Die Paläo Therapie“, durch die Sichtung etlicher Studien und aufgrund eigener Betroffenheit das Grundlagenwerk zum AIP zu verdanken. Hier wird bis ins kleinste Detail und doch allgemeinverständlich erklärt, wie die Zusammenhänge zwischen Darmgesundheit, Autoimmunerkrankungen und Ernährung zustande kommen. Das verbindende Stichwort ist hier das sogenannte „Leaky Gut Syndrom“, eine mögliche Ursache für die Entstehung von Autoimmunerkrankungen, die zunehmend verifiziert wird.

 

Das Autoimmunprotokoll Paleo ist eine Eliminationsdiät, bei der über einen Zeitraum von mindestens vier Wochen bis ca. 12 Wochen folgende Lebensmittelgruppen weggelassen werden:

  • Alle Getreideprodukte: Weizen, Roggen, Gerste, Dinkel, Kamut, Einkorn, Emmer, Hafer, Reis…
  • Alle Milchprodukte: Alles aus Kuh- oder anderer Tiermilch
  • Alle Nachtschattengewächse: Tomaten, Paprika, Kartoffeln, Auberginen….
  • Alle Nüsse, Saaten und deren Öle: Sesam, Sonnenblumenkerne, Hanfsaaten, Gewürze aus Saaten wie Fenchel und Kümmel, Mandeln, Haselnüsse, Paranüsse….
  • Alle Leguminosen: Erbsen, Bohnen, Linsen, Sojaprodukte, Erdnüsse, Kichererbsen….
  • Alle Pseudogetreide: Amaranth, Hirse, Quinoa, Mais, Buchweizen…..
  • Alle Eier aller Tierarten
  • Alle Zuckerzusätze, Süßstoffe und Zuckeraustauschstoffe,
  • Obst sollte nur unter 20 g Fructose pro Tag verzehrt werden
  • Fertiggerichte und Dosennahrung sollte vermieden werden.
  • Alkohol sollte vermieden werden
  • Farb- und Zusatzstoffe in Fertigprodukten
  • Hochverarbeitete Pflanzenöle: Distelöl, Maiskeimöl, Rapsöl, Sonnenblumenkernöl…
Und ja, man kann unter dem AIP wirklich noch etwas essen!
Es bleiben übrig:
  • Eine Vielzahl an Gemüsen und Salaten
  • Obst, solange man unter 20g Fruktose am Tag bleibt
  • Fette wie natives Kokosöl, Avocadoöl, Schmalz, Talg, Olivenöl…
  • Milchsauer eingelegtes Gemüse und Getränke: Sauerkraut, Kombucha, Kokosmilchkefir, Kokosmilchjoghurt…
  • Schnittkräuter
  • Pilze
  • Fisch aus Wildfang
  • Meeresfrüchte
  • Fleisch aus Weide- oder Wildhaltung, „from nose to tail“, es werden hier sowohl Knochen, wie Innereien eingesetzt

Mittlerweile gibt es vielerlei AIP geeignete Rezepte im Netz.

Wichtig ist, dass man sich ein Minimum an Zeit zum Kochen, Vorbereiten und Essen nehmen sollte. AIP ist zuerst einmal zeitaufwändig. Aber wie bei jeder neuen Ernährungsform arbeitet man sich ein und es wird danach einfacher.

Ein großer Schwerpunkt wird bei dieser Ernährung darauf gelegt, dass die Lebensmittel nährstoffdicht sind, d.h. es geht darum möglichst viele unterschiedliche Nährstoffe aufzunehmen und möglichst frisch, saisonal und mit hoher Qualität zu essen.

Letztlich hat das AIP den Zweck, den Körper durch die Elimination der Hauptallergene und Hauptreize für das Leaky Gut Syndrom zu beruhigen. Er kann dann wieder wirklich auswählen und anzeigen, was er verträgt und was nicht.

Die Entzündungsneigungen gehen zurück, das Immunsystem ist nicht mehr überaktiv in Hab-Acht-Stellung und Autoimmunerkrankungen haben eine Chance zum Stillstand zu kommen.

Diese Sortierungsphase dauert je nach Beschwerdebild vier bis zwölf Wochen. Danach sollte sich eine Besserung des Befindens gezeigt haben. Ist dies nicht der Fall, sollte man überlegen, ob eine andere Ernährungsform für einen geeigneter ist, oder ob noch andere unbehandelte Gebiete vorliegen, die durch das AIP nicht abgedeckt werden.

Gibt es diverse Verbesserungen, wie z.B. weniger Blähungen, mehr Wohlgefühl, mehr Energie, weniger Hauterscheinungen, können Lebensmittel einzeln allmählich wieder eingeführt werden. Dabei dürfen Allergiker keinesfalls Lebensmittel einführen, auf die sie schon vorher allergisch getestet wurden. Dies darf nur unter Aufsicht eines Arztes gemacht werden.

Wenn es nicht um echte Allergien geht, sondern um allgemeine Intoleranzen, wird vorsichtig versucht ein Lebensmittel wieder einzuführen. Dabei gibt Sarah Ballantyne, sie hat das AIP im Detail ausgearbeitet,  einen Stufenplan vor, bei dem Eigelb, Samengewürze und Hülsenfrüchte mit essbaren Schalen auf Stufe 1 stehen und Milchprodukte und Nachtschattengewächse auf Stufe 4. Man kann sich aber auch von seinen eigenen Vorlieben leiten lassen, wobei komplexe Fertiggerichte natürlich weiterhin ausgeschlossen sind.

Die Wiedereinführungsphase ist genauso wichtig wie die Eliminationsphase. Das Ziel im AIP liegt schließlich darin, seine für sich individuell verträgliche und nährstoffreiche Ernährung zu finden.

In der Regel dauert die Wiedereinführungsphase deutlich länger als die Eliminationsphase. Dies sollte man im Vorfeld in seinen Planungen berücksichtigen.

 

Für wen ist das AIP nicht geeignet, wo sollte man aufpassen?

Natürlich sollten kranke Menschen einen erfahrenen Arzt oder Heilpraktiker zur Begleitung haben. Treten unbekannte starke Symptome unter dem AIP neu auf, bzw. verschlechtern sich bekannte Symptome, muss man den Arzt oder Heilpraktiker konsultieren.

Das AIP hat als einzige, wirkliche Eiweißquelle nur Fleisch und Fisch. Es ist daher für Vegetarier und Veganer nicht geeignet, da ihnen hier zu viele Nährstoffe fehlen und es zu ungewolltem Muskelabbau kommen kann. Das AIP ist möglich mit nur Fisch und Meeresfrüchten, allerdings sollte dabei beachtet werden, dass dann die Quecksilberbelastung sehr hoch gehen kann.

Wer unter dem AIP sehr stark ab- oder zunimmt, muss seine Ernährung detailliert überprüfen. Starke Gewichtsab- oder Zunahmen sind nicht Ziel des AIP. Das AIP ist keine Diät im herkömmlichen Sinne, hier kommt es immer zur Begriffsverwirrung, weil in der Umgangssprache das Wort „Diät“ mit Gewichtsverlust gleichgesetzt wird. Es bedeutet aber eigentlich „Ernährungsform“.

Es darf keinesfalls zu wenig gegessen werden. Dies fällt zwar vielen am Anfang leicht, aber man beraubt sich damit der Chance auf eine gute Nährstoffversorgung und mehr Wohlgefühl.

Es gelten die Prinzipien der Paleoernährung, d.h. gesättigte Fette gelten nicht per se als ungesund. Dazu gibt es mittlerweile etliche Studien.

Obst und Gemüse sollten -wenn möglich- frisch, bevorzugt regional, und aus biologischem Anbau stammen, um Schadstoffbelastungen zu vermeiden.

Fleisch sollte nicht aus Massentierhaltung, sondern aus Weidetierhaltung oder Wildfang stammen. Fisch sollte ebenso aus Wildfang stammen. Dies ist wichtig, weil Fleisch und Fisch somit eine bessere Fettsäurezusammensetzung haben, einmal ganz abgesehen vom Tierschutz.

Das AIP ist trotz seiner Eingeschränktheit vielfältig genug, um es in sowohl ketogen, kohlenhydratreduziert, mit einer normalen Menge Kohlenhydraten, als auch histaminarm zu machen.

Das AIP ist keine fettarme Ernährung. Hierbei werden die größten Fehler gemacht.

Leute mit schwerer Fruktose-Sorbit und/oder Salizylatintoleranz oder mit starken Reaktionen auf Lektine können aufgrund der großen Gemüsemenge Probleme bekommen.

Das AIP ist laktosefrei, milchfrei, glutenfrei, getreidefrei und ist somit in diesen Bereichen problemlos durchführbar.

Echte Allergien und Kreuzallergien müssen immer berücksichtigt werden, auch wenn die entsprechenden Nahrungsmittel im AIP erlaubt sind.

Es gibt einige verwandte Ernährungsformen, die, im Unterschied zum klassischen AIP nach Dr. Sarah Ballantyne, ihre Schwerpunkte unterschiedlich legen. Dazu gehören die GAPS Diät nach Dr. Natasha Campbell Mc Bride und das Wahls Protokoll nach Dr. Terry Wahls.

Zugegeben, das AIP ist nicht ohne Aufwand und lässt sich auch nicht nebenbei durchführen. Aber es kann für viele die grundlegende Basis bilden, eine individuell angepasste Ernährung zu finden, die eine Basis für andere aufbauende Therapien bilden kann. Für mich war es so.

 

AIP Kakao

AIP-Kakao

AIP Kakao

Carobkakao mit Kokosmilch – eine Alternative zu Schokoladenkakao im Autoimmunprotokoll Paleo

Ein Kakao-Getränk im Autoimmun Protokoll Paleo (AIP) ?

Ich schicke es gleich vorweg, natürlich kommt in dieses Getränk weder Kakao, noch Milch. Unser Getränk besteht aus Carob und Kokosmilch. Und ja, Carobpulver sieht Kakopulver sehr ähnlich und färbt in der Milch auch braun, aber es schmeckt nur sehr entfernt nach Schokolade. Fakt ist, es hat einen sehr eigenen Geschmack, den man am besten mit karamellig-süß beschreiben kann.

Carobpulver ist das getrocknete und vermahlene Fruchtfleisch der Schoten des Johannisbrotbaumes. Oha, werden da manche sagen, Schoten sind ja eine Form der Saaten und dazu gehört alles noch zur Familie der Leguminosen, also sollte es doch im AIP tabu sein!

Sarah Ballantyne, die wohl die ausführlichsten Forschungen zum Thema erlaubte und nicht erlaubte Lebensmittel im Autoimmun Protokoll Paleo gemacht hat, sortiert Carob allerdings unter AIP tauglich ein. Begründet wird dies damit, dass nur das Fruchtfleisch der Schoten verwendet wird, nicht die Schoten selbst und nicht die Kerne. Also wollen wir nicht päpstlicher sein, als der Papst und nutzen die Gelegenheit uns einen AIP tauglichen Ersatzkakao zu brauen. Gerade in der Winterzeit ist ein warmes, cremig-süßes Getränk als sogenanntes Soulfood oder auch schlicht als Kuchenersatz willkommen.

Carob als koffeinfreier Kakaoersatz

Carob als koffeinfreier Kakaoersatz

Das Pro und Contra zu Carob

Pro:

  • Carob ist im AIP erlaubt
  • Carob ist koffeinfrei und theobrominfrei
  • Carob ist laktosefrei
  • Carob ist glutenfrei
  • Carob ist fettarm ( was uns weder im AIP, noch bei der Paleoernährung oder in der Low Carb Ernährung interessiert)
  • Carob soll calciumreich sein
  • Carob ist ballaststoffreich ( was für manch einen angeschlagenen Darm auch ein Nachteil sein kann)

Contra:

  • Carob ist mit 52 g Kohlenhydraten pro 100 g Pulver stark zuckerhaltig. Es eignet sich daher auch als Süßungsmittel zum Backen und sollte besonders im AIP und bei Blutzuckerproblemen sparsam eingesetzt werden. Wer daher gedacht hat mit dem AIP Kakao ein Getränk für den täglichen Konsum gefunden zu haben, den muss ich hier enttäuschen. Der AIP-Kakao fällt unter das Thema Süßspeise, selten genossen durchaus einmal erlaubt, täglich besser nicht.
  • Carob kann daher bei einer Fruktoseintoleranz die eigene Verträglichkeitsschwelle für Fruktose überschreiten
  • Carob ist durch seinen hohen Ballaststoffanteil oft nicht gut verträglich für Menschen mit empfindlichen Därmen
  • Zur Histaminverträglichkeit von Carobpulver habe ich sehr unterschiedliche Angaben gefunden. Von sehr histaminreich bis histaminarm waren alle Empfehlungen dabei. Hier gilt, wie immer, besonders gut auf seinen Körper und seine individuellen Reaktionen zu achten

Zum Rezept für den AIP-Kakao:

Kokosmilch und Carob erwärmen

Kokosmilch und Carob erwärmen

AIP-Kakao

AIP-Kakao

Wer nicht gerade in der Eliminationsphase des AIP ist, kann bei Unverträglichkeit von Kokosmilch auch andere Pflanzenmilchsorten versuchen. Ich habe allerdings nicht ausprobiert, ob dann das Rezept noch so gut funktioniert.

Die Schaumhöhe kann je nach Kokosmilch und Mixer variieren.

AIP-Kakao
Vorbereitungszeit
2 Min.
Zubereitungszeit
5 Min.
Arbeitszeit
7 Min.
 

Ein AIP kompatibles Rezept für ein Kakaoersatzgetränk.

Laktosefrei und glutenfrei, allerdings mit einem natürlich hohen Zuckergehalt.

Gericht: Getränk
Portionen: 1
Autor: Anke Komorowski - ernaehrungsbausteine.de
Zutaten
  • 1 EL Carobpulver ohne Zusätze
  • 1 gestrichener TL Zimt
  • 150 ml Wasser
  • 150 ml Kokosmilch
  • 2 Prisen Koskosblütenzucker
Anleitungen
  1. Alle Zutaten, bis auf den Kokosblütenzucker, bei mittlerer Hitze in einem Topf erwärmen. Die Flüssigkeit nicht zu heiß werden lassen, es sei denn, man möchte nach dem anschließenden Durchgang im Mixer die ganze Küche putzen, weil der Deckel des Mixers durch die zu heiße Flüssigkeit abgeflogen ist. 😉

    Kokosmilch und Carob erwärmen
  2. Die warme (!) Flüssigkeit in einen Hochleistungsmixer mit ausreichend großem Behälter geben und auf höchster Stufe kurz aufmixen.

    Wer keinen Hochleistungsmixer hat, kann auch ein hohes Gefäß und einen Elektroquirl oder Pürierstab nehmen, allerdings bekommt man dann nicht soviel Schaum.

    AIP-Kakao
  3. Die durchgemixte Flüssigkeit in ein Glas oder Tasse füllen und den Kokosblütenzucker sparsam aufstreuseln. Zimtfreunde können auch noch etwas Zimtpulver aufstäuben.

    Aufgeschäumter AIP Kakao mit Kokosblütenzucker
  4. Meine Hinweise zu Intoleranzen in diesem Rezept sind ohne Gewähr, denn jeder hat eine unterschiedliche Verträglichkeitsschwelle.

    Nehmen Sie bitte meine Hinweise als Anregungen und Ihren eigenen Körper als Richtschnur.

    Guten Appetit!

Aufgeschäumter AIP Kakao mit Kokosblütenzucker

Aufgeschäumter AIP Kakao mit Kokosblütenzucker

Bildquellen: Anke Komorowski, Copyright 2017

 

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Radieschenblättersuppe

Radieschenblättersuppe

Radieschenblättersuppe

Radieschenblättersuppe

Hier kommt die versprochene Radieschenblättersuppe

Die Suppe ist:

  • AIP geeignet,
  • Paleo geeignet,
  • Low Carb geeignet,
  • Laktosefrei,
  • Glutenfrei,
  • Getreidefrei,
  • Fructosearm,
  • histaminarm,
  • Radieschen sind sehr salicylatreich, daher würde ich bei den Blättern auch davon ausgehen
  • Radieschen gehören eher zu den Low Fodmap Gemüsen, bei den Blättern wäre ich aber eher vorsichtig

Die Radieschen sind weggeknabbert und übrig bleibt ein großer Bund grüner Blätter, die man leider wegwerfen muss? Keinesfalls, Radieschenblätter sind essbar und superlecker im Salat, im Smoothie oder in einer Suppe.

Obwohl man wenig genaue Nährwertangaben zu Radieschenblättern finden kann, kann man davon ausgehen, dass die Blätter mindestens genauso viel Nährstoffe enthalten wie die Knollen, vielleicht sogar etwas mehr.

Radieschenblätter enthalten Senföle, die antibakteriell wirken sollen, viel Kalium, Calcium, Eisen und die Vitamine A,B1,B2 und C. Grund genug, sie einfach mal zu probieren.

Radieschen frisch vom Feld

Radieschen frisch vom Feld

Die Radieschenblätter für die Suppe sollten ungespritzt sein und aus biologischen Anbau stammen.

Die Möhre macht die Suppe cremiger und dickflüssiger. Die Hühnerbrühe sollte vorgekocht sein. In meinen Bildern ist die Suppe etwas dunkler, weil ich sie mit Entenbrühe gekocht habe und mit etwas gebratener Entenbrust serviert habe.

Radieschenblätter, Möhren, Zwiebeln

Radieschenblätter, Möhren und Zwiebeln kommen in die Suppe

Nun geht es aber zum Rezept für die Radieschenblättersuppe!

Radieschenblättersuppe mit Möhren

Radieschenblättersuppe mit Möhrendekoration

 

Radieschenblättersuppe
Vorbereitungszeit
15 Min.
Zubereitungszeit
15 Min.
Arbeitszeit
30 Min.
 

Radieschenblätter sind eßbar und enthalten viele Nährstoffe. Statt sie wegzuwerfen, mache ich eine leckere Suppe daraus. Die Radieschenblättersuppe ist AIP (Autoimmunprotokoll Paleo), Paleo, Low Carb und Clean Eating geeignet.

Gericht: Soup
Portionen: 3
Autor: Anke Komorowski - Ernährungsbausteine
Zutaten
  • 2 Bund Radieschenblätter
  • 1 große Möhre, ersetzbar auch durch Pastinake oder Süßkartoffel
  • 1 weiße Zwiebel
  • 1 EL Kokosöl, ersetzbar mit Olivenöl oder Schmalz
  • 1 EL Verjus (histaminfrei), oder Obstessig, oder Weißwein
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 daumennagelgroßes Stück Ingwer
  • 500 ml Hühnerbrühe selbstgekocht, ersetzbar mit jeder anderen Brühe
  • 350 ml Kokosmilch, ersetzbar mit anderer Pflanzenmilch oder Sahne
  • 2 Lorbeerblätter
  • 1 TL getrockneten Oregano
  • Salz nach Bedarf
  • frisch geriebene Muskatnuss, beim AIP weglassen
  • Schwarzer Pfeffer beim AIP weglassen
  • 1 kleine Möhre als Dekoration
Anleitungen
  1. Radieschenblätter gut waschen, trocken tupfen und in grobe Stücke schneiden.

    Die große Möhre, die Zwiebel, den Ingwer und den Knoblauch würfeln.


    Radieschenblätter, Möhren, Zwiebeln
  2. Möhren, Zwiebel, Ingwer und Knoblauch in Kokosöl leicht anschwitzen. Mit Brühe ablöschen, Radieschenblätter, Verjus, Lorbeerblätter, Salz und Oregano dazu geben und die Suppe etwa 10 Minuten köcheln lassen.

  3. Kokosmilch dazu geben und die Suppe pürieren. In Teller füllen.

    Die kleine Möhre in zarte Scheiben schneiden und die Suppe damit vorsichtig garnieren. In die Mitte der Suppe kann noch ein Klecks Kokosjoghurt zur Verzierung gegeben werden, falls vorhanden.

    Etwas Pfeffer und Muskatnuss ganz zum Schluss darüber reiben.

    Radieschenblättersuppe mit Möhrenpunkten und Entenfilet
  4. Ich habe die Suppe mit Entenbrühe gekocht und mit Entenbrustscheibchen serviert. Das geht natürlich genauso mit anderem dünn geschnittenem Fleisch oder Hühnerbrust.

    Radieschenblättersuppe mit Möhren
  5. Meine Hinweise zu den Intoleranzen in diesem Rezept sind ohne Gewähr, denn jeder hat eine unterschiedliche Verträglichkeitsschwelle.

    Nehmen Sie bitte meine Hinweise als Anregungen und Ihren eigenen Körper als Richtschnur.

Radieschenblättersuppe mit Möhrenpunkten und Entenfilet

Radieschenblättersuppe mit Möhrenpunkten und Entenfilet

Bildquellen: Anke Komorowski, Copyright 2017

Wer noch nicht weiss was AIP bedeutet, kann es hier nachlesen.

Zucchininudeln mit Hackfleisch

Zucchininudeln mit Hackfleischsoße

Zucchininudeln mit Hackfleisch

Zucchini sind eigentlich ganzjährig erhältlich, die Hauptzeit für Zucchini in unserer Region ist aber von Juni bis August. Baut man Zucchini selbst an, wird man regelmäßig von zu groß gewachsenen Früchten überrascht und irgendwann hat man den Eindruck, dass man nur noch Zucchini essen muss. Zum Glück lassen sie sich gekocht gut einfrieren. Eine gute Maßnahme, wenn Freunde und Verwandte eher bestürzt als freudig schauen, weil man ihnen wieder einmal großzügig Zucchini in Baseballschlägergröße schenken will.

Zucchini für zucchininudeln

Zucchini frisch vom Feld

Diese Zucchininudeln mit Hackfleischsoße sind:

  • AIP geeignet,
  • Paleo geeignet,
  • Low Carb geeignet,
  • Laktosefrei,
  • Glutenfrei,
  • Getreidefrei,
  • Fructosearm,
  • Bei Histaminintoleranz ist besonders auf die Frische des Hackfleisches zu achten, im besten Fall sollte Hackfleisch bei Histaminintoleranz selbst gewolft werden,
  • Zucchinis sollten bei Saliylatintoleranz eher wenig Probleme machen, im Zweifelsfall sollte man sie schälen,
  • Zucchini gehören eher zu den Low Fodmap Gemüsen, die Zwiebeln in der Soße sollten dann evtl. weggelassen werden,
Zucchininudeln

Aus Zucchini werden Nudeln

Rezept: Zucchininudeln mit Hackfleischsoße

Es gibt verschiedene Gemüseschneider um Gemüsenudeln zu machen. Meiner ist super und hat drei verschiedene Schneideplatten, aber nimmt auch viel Platz in der Küche weg. Es gibt auch kleinere und handlichere, wo man das Gemüse wie einen Bleistift in einen Anspitzer steckt und dreht.

Zucchininudeln mit Hackfleischsoße
Vorbereitungszeit
10 Min.
Zubereitungszeit
20 Min.
Arbeitszeit
30 Min.
 

AIP, Paleo, Low Carb, Clean Eating

Gericht: Hauptgericht
Portionen: 4
Autor: Anke Komorowski - Ernährungsbausteine
Zutaten
  • 3 mittelgroße Zucchini
  • 500 g Hackfleisch, Rind, Schwein, Lamm oder gemischt
  • 2 mittelgroße Zwiebeln
  • 1 EL Kokosöl nativ, oder Olivenöl
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 Tasse Kokosmilch, oder andere Pflanzenmilch
  • Salz
  • Pfeffer, beim AIP weglassen
  • 1 TL Sumach
  • 1 TL Paprika Edelsüß, beim AIP weglassen
  • 3 EL Hagebuttenmark, wer es nicht bekommt, kann es weglassen. Wer Tomaten verträgt, kann drei enthäutete Tomaten nehmen
Anleitungen
  1. Zucchini halbieren und mit der Kante eines scharfen Esslöffels die Kerne herausschaben.

    Zucchini für zucchininudeln
  2. Zucchini mit dem Gemüseschneider zu Zucchininudeln verarbeiten.

    Zucchininudeln
  3. Zwiebeln und Knoblauch schälen und fein würfeln.

    Kokosöl in der Pfanne erhitzen.

    Zwiebeln, Knoblauch und gestückeltes Hackfleisch in der Pfanne unter Rühren scharf anbraten bis das Fleisch durchgegart ist.

    Zucchininudeln dazu geben, mit Kokosmilch übergießen, Gewürze, außer Pfeffer, dazugeben und Pfanne mit einem Deckel abdecken. Hitze reduzieren und alles 10 Minuten garen lassen. Zum Schluss pfeffern.

    Wem die Soße nachher zu dünnflüssig ist, kann eine halbe Tasse kaltes Wasser mit 1 TL verträglicher Stärke mischen und mit dem Gericht einmal aufkochen lassen.

    Wer Käse verträgt, kann noch etwas Fetakäse untermischen.


  4. Meine Hinweise zu den Intoleranzen in diesem Rezept sind ohne Gewähr, denn jeder hat eine unterschiedliche Verträglichkeitsschwelle.

    Nehmen Sie bitte meine Hinweise als Anregungen und Ihren eigenen Körper als Richtschnur.

Bildquellen: Anke Komorowski, Copyright 2017
Das Puzzle fügt sich zusammen

Warum Verbotslisten bei Nahrungsmittelintoleranzen nur ein Teil des Puzzles sind

Verbotslisten bei nahrungsmittelintoleranzen

Warum es mehr als eine Verbotsliste braucht um die Lebensqualität zu steigern

Bildquelle:Fotolia_162276811_XS.jpg

 

Verbotslisten bei Nahrungsmittelintoleranzen – Eine einseitige Sichtweise

Heute geht es um die einseitige Sicht auf Verbotslisten für Menschen mit Nahrungsmittelintoleranzen, aber auch für Menschen, die das AIP (Autoimmun Protokoll Paleo) machen wollen. Ich möchte Ihnen weiterführende Wege und eine differenziertere Betrachtungsweise nahebringen, damit Sie so vielfältig, wie nur möglich essen können.

Egal ob eine Laktose-, Fruktose-, Histamin- oder Was-auch-immer-Intoleranz diagnostiziert wird, der Ablauf ist in der Regel immer gleich.

Entweder wird dem Patienten schon in der Arztpraxis eine Liste mit nun verbotenen Lebensmitteln in die Hand gedrückt oder er wird gleich auf das Internet verwiesen. Wer Glück hat bekommt die Information, dass man eine Ernährungsberatung aufsuchen kann und/oder dass eine Karenzzeit mit nachträglichen Wiedereinführungen eingehalten werden soll. Wird dies auch weiterhin begleitet, stehen die Chancen gut, dass es nicht zu folgendem Szenario kommt.

Wie zuerst genannt,  ging es mir vor einigen Jahren mit der Feststellung meiner Laktoseintoleranz. Mir wurde die Diagnose mitgeteilt und damit war ich als Fall für meine damalige Ärztin erledigt. Auch bei der Feststellung meiner zusätzlichen Fruktoseintoleranz bei einem anderen Arzt ging es mir kaum anders. Ich bekam immerhin eine kurze Verbotsliste und die Information „Suchen Sie sich weitere Informationen im Internet zusammen!“

Da meine Arztliste nur ein paar Lebensmittel enthielt, suchte ich tatsächlich im Internet und fand dort vielerlei Informationen und auch mehrere besagte Listen. Ich druckte sie mir aus und versuchte sie geradezu auswendig zu lernen, denn ich hatte Leidensdruck und wollte, dass es mir endlich besser ging. Nur am Rande bemerkte ich, dass einige Listen Graustufen enthielten, ich war schlichtweg überfordert und konnte nur in „Erlaubt“ und „Verboten“ denken.

Ich versuchte meine Ernährung entsprechend umzustellen.

  • Ich las das Kleingedruckte auf allen Produkten, die ich kaufte (und stellte fest, dass es Zeit für eine Lesebrille war)
  • Ich suchte und fand Internetshops, die Ersatzprodukte für meine herkömmlichen Nahrungsmittel anboten
  • Ich klapperte alle Supermärkte in der weiteren Umgebung ab, um an laktosefreie Produkte zu kommen.
  • Ich versuchte meine gewohnten Rezepte an die Unverträglichkeiten anzupassen
  • Ich strich sehr viele Lebensmittel komplett aus meiner Ernährung und reduzierte Obst und Gemüse sehr stark

 

Für viele ist dies ein erfolgreiches Vorgehen und sie erfahren dadurch wirklich schon Besserung ihrer Symptome.

Andere, wie ich, spüren zwar Besserung, aber haben keinen durchschlagenden Erfolg. Eine Unverträglichkeit kommt selten allein, zu Verbotsliste 1 und Verbotsliste 2 gesellt sich gerne Verbotsliste 3 und man erstellt daraus seine persönliche Verbotsliste 4. Zu diesem Zeitpunkt hat sich die Lebensmittelauswahl in der Regel stark reduziert.

Wird man bei Einladungen gefragt „Darfst Du das essen?“, muss man in der Regel mit „Nein“ antworten.

Nahrungsmittel werden nicht nur in „Erlaubt“ oder „Verboten“ eingeteilt, manche sprechen auch von „guten“ und „bösen“ Lebensmitteln.

Viele fühlen sich von ihrem sozialen Umfeld isoliert und der Verzicht auf das gewohnte Essen macht traurig.

Verbotslisten führen zum Denken in Kategorien

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„Jede Intoleranz hat einen persönlichen Spielraum und eine Ursache“

 

Spielräume austesten

So gut wie Verbotslisten sind, um einen Überblick zu bekommen, so wichtig ist es aber auch, sich von Anfang an klar zu machen, dass jede Intoleranz einen persönlichen Spielraum und auch eine bestimmte Ursache hat.

Das Austesten des persönlichen Spielraumes ist ein wichtiger zweiter Schritt nach der Diagnose und gleichwertig zur Eliminationsphase/Karenzzeit.

Dieses Austesten kann durchaus mühselig werden, aber das Ziel sollte ja nicht “Ich darf so gut wie gar nichts mehr essen!“, heißen, sondern sollte“ Ich esse das, was meinem Körper und mir gut tut!“ lauten.

Um möglichst viele unterschiedliche Nährstoffverbindungen trotz Intoleranzen aufnehmen zu können, muss ich meinen persönlichen Spielraum austesten.

Dies fällt Leuten, die zu lange in „Gute Lebensmittel – Böse Lebensmittel“ gedacht haben, oft sehr schwer. Lebensmittel, deren Verträglichkeitsspielraum ausprobiert werden soll, haben nun das Label „Böse“. Isst man es in geringen Mengen, um es auszutesten, kann es zu Angst und Stresssymptomen kommen. Dies merkt sich unser Gehirn und der Körper reagiert mit Unwohlsein.

Daher ist es so wichtig von Anfang an Lebensmittel nicht komplett zu verdammen. Lebensmittel sind nicht per se „Gut“ oder „Böse“, sondern sie sind „für mich persönlich geeignet/weniger geeignet/eingeschränkt geeignet/ungeeignet“. Sie haben einen Spielraum, (ja, sie dürfen mit Ihrem Essen spielen!), und in einem gewissen Rahmen erhöht sich die Vielfalt Ihrer Nahrungsmittel und das Lebensgefühl.

 

Ursachensuche

Intoleranzen werden oft der Genetik und dem Alter zugeschrieben und damit wird eine Ursachensuche als unnötig und sinnlos dargestellt.

Wer aber mehrere Intoleranzen in einem Zeitraum von ein paar Jahren entwickelt und vielleicht dazu noch Hauterscheinungen, Autoimmunerkrankungen oder eine erhöhte Infektanfälligkeit aufweist, sollte weiter denken.

Das gemeinsame Zentralorgan zu diesem Thema ist der Darm. Hier wird die Nahrung verdaut, in ihre Einzelteile zerlegt und weitergeleitet. Hier befindet sich auch ein großer Teil, der für unser Immunsystem verantwortlich ist.

Dieser Teil ist störanfällig und hier gilt es anzusetzen. Ob Dysbiosen, Leaky Gut, vorausgehende Antibiotikatherapien, Parasiten, Pilze, chronische Entzündungen ect. vorliegen, kann abgeklärt und behandelt werden. Damit gibt es eine Chance, dass sich Nahrungsmittelintoleranzen bessern oder bestenfalls auch ganz verschwinden.

Auf Magen- und Darm spezialisierte Ärzte und Heilpraktiker sind hier eine gute Anlaufstelle. Viele Selbsthilfeforen im Internet oder Selbsthilfegruppen auf Facebook haben Listen mit von Mitgliedern empfohlenen Ärzten oder Heilpraktikern.(1)

 

Nährstoffdichte

Lebensmittel mit einer hohen Nährstoffdichte sind Lebensmittel, die eine hohe Anzahl an Mineralstoffen, Vitaminen und anderen lebenswichtigen Stoffen enthalten. Je mehr Lebensmittel mit hoher Nährstoffdichte ich essen kann, desto einfacher ist es für meinen Körper seinen Bedarf an ihnen zu decken.

Daher ist es besonders kritisch, solche Lebensmittel komplett aus dem Speiseplan zu streichen.

Aber diese Nährstoffdichte hat auch noch etwas Besonderes. Lebensmittel mit hoher Nährstoffdichte enthalten die unterschiedlichsten Verbindungen an entzündungshemmenden und antioxidativen Stoffen, die unser Körper braucht, um gesund zu bleiben oder zu werden.

Im Beispiel der Histaminintoleranz kann es daher sein, dass ein Lebensmittel, was gemieden werden soll, weil es Histamin enthält, gleichzeitig viele Stoffe enthält, die die DAO und damit den Histaminabbau im Darm fördert. Oder das Lebensmittel enthält gleichzeitig Stoffe, die die Histaminausschüttung der Mastzellen bremst. Viele Zusammenhänge sind da noch gar nicht erforscht, aber es gibt Hinweise darauf, dass besonders das Meiden von vielfältigem, nährstoffdichtem Gemüse kontraproduktiv für unsere Gesundheit ist. (2)

Ein Grund mehr seine individuelle Verträglichkeit insbesondere für nährstoffdichte Lebensmittel auszutesten und keine Angst vor ihnen zu haben.

Es sind mehrere Schritte zur Besserung

Mehrere Faktoren sind wichtig

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Zusammengefasst kann man sagen:

  • Verbotslisten bei Nahrungsmittelintoleranzen sind nur ein Baustein in der Behandlung
  • Nahrungsmittel mit dem Label „Gut“ oder „Böse“ zu belegen, kann zu einer unnötig starken Einschränkung an Lebensmitteln führen und die Lebensqualität stark einschränken
  • Die Wiedereinführungs- und Testphase ist genauso wichtig wie die Karenz- oder Eliminationsphase.
  • Die Punkte „Spielräume austesten“, „Ursachensuche/weitergehende Behandlung“ und „Nährstoffdichte“ können die Lebensqualität und das Körpergefühl stark verbessern und Symptome lindern.
    Das Puzzle fügt sich zusammen

    Alle Komponenten zusammen können die Lebensqualität steigern

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Wie ist es Ihnen ergangen, können Sie mit meinen Erfahrungen und Vorschlägen etwas anfangen?

Ging es Ihnen auch so oder war alles optimal bei Ihnen?

Haben Sie Fragen?

Welches sind Ihre besten Tipps im Umgang mit Nahrungsmittelintoleranzen und Verbotslisten?

Ich freue mich auf Kommentare unter diesem Beitrag!

 

(1)Links zu Büchern: http://www.aerzteverlagshaus.at/verlagsprogramm/einzelansicht/products/darm-krank-alles-krank/backPID/verlagshaus.html

 

(2) YouTube Video auf Englisch: https://www.youtube.com/watch?v=ZNyc_V9nx8k