Beiträge

Von Bordeauxdoggen und Ernährungsrückfällen

Von Bordeauxdoggen und Ernährungsrückfällen

Von Bordeauxdoggen und Ernährungsrückfällen

Bildquelle: Fotolia_104206550_XS

 

 

Ernährungsrückfälle tierisch betrachtet

Ich bin ein Hund, genau genommen eine Bordeauxdogge. Das behauptet zumindest meine Osteopathin ganz liebevoll.

Eigentlich bezieht sie sich damit auf meine Muskulatur und nicht auf mich als Gesamtes, denn meine Muskulatur ist nicht immer willig, den Anweisungen meiner Osteopathin gleich zu folgen und möchte gerne gebeten und getätschelt werden, bevor etwas passiert.

Ich finde diese Idee, körperlichen Funktionsweisen tierische Eigenschaften zuzuordnen, sehr interessant. Ich verstehe nun viel besser, warum meine Muskulatur selbst nach minimaler Anstrengung manchmal schmerzt. Einer Bordeauxdogge lässt man Zeit zur Anpassung, man drängt sie eben nicht, denn dann ist sie beleidigt.

Mit der Zeit bin ich dahintergekommen, dass sich wohl nicht nur eine Bordeauxdogge in mir befindet, denn ich habe nicht immer die gelassene Ruhe der Bordeauxdogge.

Ganz im Gegenteil: mein Gehirn springt gerne hin und her, möchte immer beschäftigt sein und sucht ständig neue Herausforderungen. Das passt nicht zur Bordeauxdogge, aber zu einem Bordercollie.

Bordercollie und Bordeauxdogge kommen schon mal in Konflikte, wenn z.B. meine Gehirn (der Bordercollie) meint, dass ich mich sportlich betätigen sollte, aber meine Muskulatur (die Bordeauxdogge) nicht so schnell mitkommt und erst mal Stopp sagt.

Und da wir ja hier den Schlenker zum Thema Ernährung finden müssen, habe ich gerade nach dem Verzehr von zwei Schokoriegeln entdeckt, dass bestimmt noch mehr Tiere in mir an meinen Entscheidungen beteiligt sind, u.a. ein verfressender Golden Retriever, der meine Sucht nach Süßem ganz wunderbar symbolisiert.

Nun habe ich also diese drei Hunde in mir und muss sie unter ein Dach bekommen.

Warum mein Körper eine Katze ist

Das Dach kann ja nur mein Körper im Gesamten sein. Doch der ist eine Mimose, er bekommt von Gluten Urtikaria (das sind heftig juckende Schwellungen, als ob eine Horde Mücken auf einen losgegangen wäre), von Laktose Durchfall, von Casein kleine Pickel, von zu viel Histamin Kopfschmerzen, wieder Urtikaria und einen puterroten Kopf.

Hier wieder Hunde zu bemühen, wäre sicher gemein. So etwas schafft nur eine Katze, ganz klar. Sie ist der Chefkörper und macht genaue Angaben, was die anderen zu ihrer Freude und ihrem Wohlbefinden tun können. Sie weiß es schließlich am besten. Den Hunden fällt das in der Regel nicht auf, sie funktionieren den Anweisungen gemäß, genau das macht einen guten Chef aus.

Der Katzenchef hält den Golden Retriever (meine Fresssucht) mithilfe des Bordercollies unter Kontrolle, beschäftigt den Bordercollie (mein Gehirn) mit Einkaufsplänen zur gesunden Ernährung und überzeugt die Bordeauxdogge (meine Muskulatur) aufgrund gesunder Ernährung ihre Stärken auszuspielen. Alle arbeiten reibungslos zusammen, d.h. meine gesunde Ernährung funktioniert wunderbar und mein Körper damit auch. Der perfekte Flow, ich bin stolz auf mich bzw. uns.

 

Genau bis zu dem Zeitpunkt, wo es der Katze so gut geht, dass sie sich entspannt zurücklehnt und ein Mittagsschläfchen macht.

 

Schlafende Katze

Bildquelle: Fotolia_112720964_XS

 

Damit erwacht der, seiner Meinung nach, halbverhungerte Golden Retriever, sprich meine Fresssucht, und sieht seine Chance gekommen. Er überzeugt in Windeseile Bordeauxdogge (Muskulatur) und Bordercollie ( Gehirn), dass es jetzt endlich einmal Zeit für schnell verfügbare Kohlenhydrate ist. Die beiden haben gegen einen kleinen Kick nichts einzuwenden und schon ist der Deal perfekt, man einigt sich auf Kohlenhydrate in Form vom Schokolade. Und entscheidet, dass ein Doppelkick in Form von zwei Riegeln der Lieblingsschokolade auch durchaus einmal erlaubt sei.

 

Schokolade

Bildquelle: Fotolia_139256910_XS

 

Sie sehen auf was das hinausläuft:

 

Die Schokolade wurde gekauft und vertilgt. Bordeauxdogge, Bordercollie und Golden Retriever hat es geschmeckt, aber sie schämen sich auch, denn die Katze (mimosiger Körper) erwacht urplötzlich aus dem Mittagsschläfchen und kotzt elegant auf den Teppich. Ihr geht es schlecht, sie fühlt sich unwohl und aufgetrieben und verschießt böse Blicke. Sie macht umgehend klar, dass DIES nun wirklich keine gute Idee war.

Geht es Ihnen auch manchmal so?

Sie essen eine Zeit lang so, wie es wirklich gut und richtig für Ihren Körper ist? Und der fühlt sich pudelwohl bzw. katzenfein?

Und dann, ja dann, kommt der Tag wo alles vergessen ist? Wo Sie Dinge essen, von denen Sie genau wissen, dass Ihnen davon schlecht wird?

Wenn Sie jetzt die große Maßnahmentafel und den ultimativen Tipp von mir erwarten, wie man dieses Problem dauerhaft in Schach hält, muss ich Sie enttäuschen. Sicher gibt es Tricks um auf Dauer besser durchzuhalten, doch das nimmt einen eigenen Artikel in Anspruch.

Heute wollte ich nur anschaulich machen, warum wir manchmal in ein Verhalten zurückfallen, von dem wir schon glaubten, dass wir es hinter uns gelassen hatten. Es kann passieren, niemand ist perfekt, jeder schläft einmal ein und wird dann von Dingen überrollt, die er hinterher bereut.

Das Gute: Wir haben einen Katzenchef. Unser Körper zeigt uns klar an, was geht und was nicht. Und er bringt uns durch seine unangenehmen Reaktionen auch wieder auf Kurs.

Vertrauen Sie Ihrer Katze, sie ist er geborene Chef.

Ihr Körper hat ein so großes Bedürfnis nach Wohlgefühl, dass er Ihnen den richtigen Weg schon wieder zeigen wird. Sie müssen nur hin und wieder die Ohren spitzen!

Katz und Hund als Freunde

Bildquelle: Fotolia_144248326_XS

Und wenn Ihr Hunderudel nicht mehr gehorcht und Sie Ihre Ernährungsrückfälle nicht mehr im Griff haben, mailen Sie mir.

Gemeinsam finden wir schon eine Lösung!

Hier können Sie meine Beratungspakete ansehen.

Das Puzzle fügt sich zusammen

Warum Verbotslisten bei Nahrungsmittelintoleranzen nur ein Teil des Puzzles sind

Verbotslisten bei nahrungsmittelintoleranzen

Warum es mehr als eine Verbotsliste braucht um die Lebensqualität zu steigern

Bildquelle:Fotolia_162276811_XS.jpg

 

Verbotslisten bei Nahrungsmittelintoleranzen – Eine einseitige Sichtweise

Heute geht es um die einseitige Sicht auf Verbotslisten für Menschen mit Nahrungsmittelintoleranzen, aber auch für Menschen, die das AIP (Autoimmun Protokoll Paleo) machen wollen. Ich möchte Ihnen weiterführende Wege und eine differenziertere Betrachtungsweise nahebringen, damit Sie so vielfältig, wie nur möglich essen können.

Egal ob eine Laktose-, Fruktose-, Histamin- oder Was-auch-immer-Intoleranz diagnostiziert wird, der Ablauf ist in der Regel immer gleich.

Entweder wird dem Patienten schon in der Arztpraxis eine Liste mit nun verbotenen Lebensmitteln in die Hand gedrückt oder er wird gleich auf das Internet verwiesen. Wer Glück hat bekommt die Information, dass man eine Ernährungsberatung aufsuchen kann und/oder dass eine Karenzzeit mit nachträglichen Wiedereinführungen eingehalten werden soll. Wird dies auch weiterhin begleitet, stehen die Chancen gut, dass es nicht zu folgendem Szenario kommt.

Wie zuerst genannt,  ging es mir vor einigen Jahren mit der Feststellung meiner Laktoseintoleranz. Mir wurde die Diagnose mitgeteilt und damit war ich als Fall für meine damalige Ärztin erledigt. Auch bei der Feststellung meiner zusätzlichen Fruktoseintoleranz bei einem anderen Arzt ging es mir kaum anders. Ich bekam immerhin eine kurze Verbotsliste und die Information „Suchen Sie sich weitere Informationen im Internet zusammen!“

Da meine Arztliste nur ein paar Lebensmittel enthielt, suchte ich tatsächlich im Internet und fand dort vielerlei Informationen und auch mehrere besagte Listen. Ich druckte sie mir aus und versuchte sie geradezu auswendig zu lernen, denn ich hatte Leidensdruck und wollte, dass es mir endlich besser ging. Nur am Rande bemerkte ich, dass einige Listen Graustufen enthielten, ich war schlichtweg überfordert und konnte nur in „Erlaubt“ und „Verboten“ denken.

Ich versuchte meine Ernährung entsprechend umzustellen.

  • Ich las das Kleingedruckte auf allen Produkten, die ich kaufte (und stellte fest, dass es Zeit für eine Lesebrille war)
  • Ich suchte und fand Internetshops, die Ersatzprodukte für meine herkömmlichen Nahrungsmittel anboten
  • Ich klapperte alle Supermärkte in der weiteren Umgebung ab, um an laktosefreie Produkte zu kommen.
  • Ich versuchte meine gewohnten Rezepte an die Unverträglichkeiten anzupassen
  • Ich strich sehr viele Lebensmittel komplett aus meiner Ernährung und reduzierte Obst und Gemüse sehr stark

 

Für viele ist dies ein erfolgreiches Vorgehen und sie erfahren dadurch wirklich schon Besserung ihrer Symptome.

Andere, wie ich, spüren zwar Besserung, aber haben keinen durchschlagenden Erfolg. Eine Unverträglichkeit kommt selten allein, zu Verbotsliste 1 und Verbotsliste 2 gesellt sich gerne Verbotsliste 3 und man erstellt daraus seine persönliche Verbotsliste 4. Zu diesem Zeitpunkt hat sich die Lebensmittelauswahl in der Regel stark reduziert.

Wird man bei Einladungen gefragt „Darfst Du das essen?“, muss man in der Regel mit „Nein“ antworten.

Nahrungsmittel werden nicht nur in „Erlaubt“ oder „Verboten“ eingeteilt, manche sprechen auch von „guten“ und „bösen“ Lebensmitteln.

Viele fühlen sich von ihrem sozialen Umfeld isoliert und der Verzicht auf das gewohnte Essen macht traurig.

Verbotslisten führen zum Denken in Kategorien

Fotolia_141776688_XS.jpg

„Jede Intoleranz hat einen persönlichen Spielraum und eine Ursache“

 

Spielräume austesten

So gut wie Verbotslisten sind, um einen Überblick zu bekommen, so wichtig ist es aber auch, sich von Anfang an klar zu machen, dass jede Intoleranz einen persönlichen Spielraum und auch eine bestimmte Ursache hat.

Das Austesten des persönlichen Spielraumes ist ein wichtiger zweiter Schritt nach der Diagnose und gleichwertig zur Eliminationsphase/Karenzzeit.

Dieses Austesten kann durchaus mühselig werden, aber das Ziel sollte ja nicht “Ich darf so gut wie gar nichts mehr essen!“, heißen, sondern sollte“ Ich esse das, was meinem Körper und mir gut tut!“ lauten.

Um möglichst viele unterschiedliche Nährstoffverbindungen trotz Intoleranzen aufnehmen zu können, muss ich meinen persönlichen Spielraum austesten.

Dies fällt Leuten, die zu lange in „Gute Lebensmittel – Böse Lebensmittel“ gedacht haben, oft sehr schwer. Lebensmittel, deren Verträglichkeitsspielraum ausprobiert werden soll, haben nun das Label „Böse“. Isst man es in geringen Mengen, um es auszutesten, kann es zu Angst und Stresssymptomen kommen. Dies merkt sich unser Gehirn und der Körper reagiert mit Unwohlsein.

Daher ist es so wichtig von Anfang an Lebensmittel nicht komplett zu verdammen. Lebensmittel sind nicht per se „Gut“ oder „Böse“, sondern sie sind „für mich persönlich geeignet/weniger geeignet/eingeschränkt geeignet/ungeeignet“. Sie haben einen Spielraum, (ja, sie dürfen mit Ihrem Essen spielen!), und in einem gewissen Rahmen erhöht sich die Vielfalt Ihrer Nahrungsmittel und das Lebensgefühl.

 

Ursachensuche

Intoleranzen werden oft der Genetik und dem Alter zugeschrieben und damit wird eine Ursachensuche als unnötig und sinnlos dargestellt.

Wer aber mehrere Intoleranzen in einem Zeitraum von ein paar Jahren entwickelt und vielleicht dazu noch Hauterscheinungen, Autoimmunerkrankungen oder eine erhöhte Infektanfälligkeit aufweist, sollte weiter denken.

Das gemeinsame Zentralorgan zu diesem Thema ist der Darm. Hier wird die Nahrung verdaut, in ihre Einzelteile zerlegt und weitergeleitet. Hier befindet sich auch ein großer Teil, der für unser Immunsystem verantwortlich ist.

Dieser Teil ist störanfällig und hier gilt es anzusetzen. Ob Dysbiosen, Leaky Gut, vorausgehende Antibiotikatherapien, Parasiten, Pilze, chronische Entzündungen ect. vorliegen, kann abgeklärt und behandelt werden. Damit gibt es eine Chance, dass sich Nahrungsmittelintoleranzen bessern oder bestenfalls auch ganz verschwinden.

Auf Magen- und Darm spezialisierte Ärzte und Heilpraktiker sind hier eine gute Anlaufstelle. Viele Selbsthilfeforen im Internet oder Selbsthilfegruppen auf Facebook haben Listen mit von Mitgliedern empfohlenen Ärzten oder Heilpraktikern.(1)

 

Nährstoffdichte

Lebensmittel mit einer hohen Nährstoffdichte sind Lebensmittel, die eine hohe Anzahl an Mineralstoffen, Vitaminen und anderen lebenswichtigen Stoffen enthalten. Je mehr Lebensmittel mit hoher Nährstoffdichte ich essen kann, desto einfacher ist es für meinen Körper seinen Bedarf an ihnen zu decken.

Daher ist es besonders kritisch, solche Lebensmittel komplett aus dem Speiseplan zu streichen.

Aber diese Nährstoffdichte hat auch noch etwas Besonderes. Lebensmittel mit hoher Nährstoffdichte enthalten die unterschiedlichsten Verbindungen an entzündungshemmenden und antioxidativen Stoffen, die unser Körper braucht, um gesund zu bleiben oder zu werden.

Im Beispiel der Histaminintoleranz kann es daher sein, dass ein Lebensmittel, was gemieden werden soll, weil es Histamin enthält, gleichzeitig viele Stoffe enthält, die die DAO und damit den Histaminabbau im Darm fördert. Oder das Lebensmittel enthält gleichzeitig Stoffe, die die Histaminausschüttung der Mastzellen bremst. Viele Zusammenhänge sind da noch gar nicht erforscht, aber es gibt Hinweise darauf, dass besonders das Meiden von vielfältigem, nährstoffdichtem Gemüse kontraproduktiv für unsere Gesundheit ist. (2)

Ein Grund mehr seine individuelle Verträglichkeit insbesondere für nährstoffdichte Lebensmittel auszutesten und keine Angst vor ihnen zu haben.

Es sind mehrere Schritte zur Besserung

Mehrere Faktoren sind wichtig

Fotolia_141647790_XS.jpg

 

Zusammengefasst kann man sagen:

  • Verbotslisten bei Nahrungsmittelintoleranzen sind nur ein Baustein in der Behandlung
  • Nahrungsmittel mit dem Label „Gut“ oder „Böse“ zu belegen, kann zu einer unnötig starken Einschränkung an Lebensmitteln führen und die Lebensqualität stark einschränken
  • Die Wiedereinführungs- und Testphase ist genauso wichtig wie die Karenz- oder Eliminationsphase.
  • Die Punkte „Spielräume austesten“, „Ursachensuche/weitergehende Behandlung“ und „Nährstoffdichte“ können die Lebensqualität und das Körpergefühl stark verbessern und Symptome lindern.
    Das Puzzle fügt sich zusammen

    Alle Komponenten zusammen können die Lebensqualität steigern

    Fotolia_141743821_XS.jpg

Wie ist es Ihnen ergangen, können Sie mit meinen Erfahrungen und Vorschlägen etwas anfangen?

Ging es Ihnen auch so oder war alles optimal bei Ihnen?

Haben Sie Fragen?

Welches sind Ihre besten Tipps im Umgang mit Nahrungsmittelintoleranzen und Verbotslisten?

Ich freue mich auf Kommentare unter diesem Beitrag!

 

(1)Links zu Büchern: http://www.aerzteverlagshaus.at/verlagsprogramm/einzelansicht/products/darm-krank-alles-krank/backPID/verlagshaus.html

 

(2) YouTube Video auf Englisch: https://www.youtube.com/watch?v=ZNyc_V9nx8k