Von Bordeauxdoggen und Ernährungsrückfällen

Von Bordeauxdoggen und Ernährungsrückfällen

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Ernährungsrückfälle tierisch betrachtet

Ich bin ein Hund, genau genommen eine Bordeauxdogge. Das behauptet zumindest meine Osteopathin ganz liebevoll.

Eigentlich bezieht sie sich damit auf meine Muskulatur und nicht auf mich als Gesamtes, denn meine Muskulatur ist nicht immer willig, den Anweisungen meiner Osteopathin gleich zu folgen und möchte gerne gebeten und getätschelt werden, bevor etwas passiert.

Ich finde diese Idee, körperlichen Funktionsweisen tierische Eigenschaften zuzuordnen, sehr interessant. Ich verstehe nun viel besser, warum meine Muskulatur selbst nach minimaler Anstrengung manchmal schmerzt. Einer Bordeauxdogge lässt man Zeit zur Anpassung, man drängt sie eben nicht, denn dann ist sie beleidigt.

Mit der Zeit bin ich dahintergekommen, dass sich wohl nicht nur eine Bordeauxdogge in mir befindet, denn ich habe nicht immer die gelassene Ruhe der Bordeauxdogge.

Ganz im Gegenteil: mein Gehirn springt gerne hin und her, möchte immer beschäftigt sein und sucht ständig neue Herausforderungen. Das passt nicht zur Bordeauxdogge, aber zu einem Bordercollie.

Bordercollie und Bordeauxdogge kommen schon mal in Konflikte, wenn z.B. meine Gehirn (der Bordercollie) meint, dass ich mich sportlich betätigen sollte, aber meine Muskulatur (die Bordeauxdogge) nicht so schnell mitkommt und erst mal Stopp sagt.

Und da wir ja hier den Schlenker zum Thema Ernährung finden müssen, habe ich gerade nach dem Verzehr von zwei Schokoriegeln entdeckt, dass bestimmt noch mehr Tiere in mir an meinen Entscheidungen beteiligt sind, u.a. ein verfressender Golden Retriever, der meine Sucht nach Süßem ganz wunderbar symbolisiert.

Nun habe ich also diese drei Hunde in mir und muss sie unter ein Dach bekommen.

Warum mein Körper eine Katze ist

Das Dach kann ja nur mein Körper im Gesamten sein. Doch der ist eine Mimose, er bekommt von Gluten Urtikaria (das sind heftig juckende Schwellungen, als ob eine Horde Mücken auf einen losgegangen wäre), von Laktose Durchfall, von Casein kleine Pickel, von zu viel Histamin Kopfschmerzen, wieder Urtikaria und einen puterroten Kopf.

Hier wieder Hunde zu bemühen, wäre sicher gemein. So etwas schafft nur eine Katze, ganz klar. Sie ist der Chefkörper und macht genaue Angaben, was die anderen zu ihrer Freude und ihrem Wohlbefinden tun können. Sie weiß es schließlich am besten. Den Hunden fällt das in der Regel nicht auf, sie funktionieren den Anweisungen gemäß, genau das macht einen guten Chef aus.

Der Katzenchef hält den Golden Retriever (meine Fresssucht) mithilfe des Bordercollies unter Kontrolle, beschäftigt den Bordercollie (mein Gehirn) mit Einkaufsplänen zur gesunden Ernährung und überzeugt die Bordeauxdogge (meine Muskulatur) aufgrund gesunder Ernährung ihre Stärken auszuspielen. Alle arbeiten reibungslos zusammen, d.h. meine gesunde Ernährung funktioniert wunderbar und mein Körper damit auch. Der perfekte Flow, ich bin stolz auf mich bzw. uns.

 

Genau bis zu dem Zeitpunkt, wo es der Katze so gut geht, dass sie sich entspannt zurücklehnt und ein Mittagsschläfchen macht.

 

Schlafende Katze

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Damit erwacht der, seiner Meinung nach, halbverhungerte Golden Retriever, sprich meine Fresssucht, und sieht seine Chance gekommen. Er überzeugt in Windeseile Bordeauxdogge (Muskulatur) und Bordercollie ( Gehirn), dass es jetzt endlich einmal Zeit für schnell verfügbare Kohlenhydrate ist. Die beiden haben gegen einen kleinen Kick nichts einzuwenden und schon ist der Deal perfekt, man einigt sich auf Kohlenhydrate in Form vom Schokolade. Und entscheidet, dass ein Doppelkick in Form von zwei Riegeln der Lieblingsschokolade auch durchaus einmal erlaubt sei.

 

Schokolade

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Sie sehen auf was das hinausläuft:

 

Die Schokolade wurde gekauft und vertilgt. Bordeauxdogge, Bordercollie und Golden Retriever hat es geschmeckt, aber sie schämen sich auch, denn die Katze (mimosiger Körper) erwacht urplötzlich aus dem Mittagsschläfchen und kotzt elegant auf den Teppich. Ihr geht es schlecht, sie fühlt sich unwohl und aufgetrieben und verschießt böse Blicke. Sie macht umgehend klar, dass DIES nun wirklich keine gute Idee war.

Geht es Ihnen auch manchmal so?

Sie essen eine Zeit lang so, wie es wirklich gut und richtig für Ihren Körper ist? Und der fühlt sich pudelwohl bzw. katzenfein?

Und dann, ja dann, kommt der Tag wo alles vergessen ist? Wo Sie Dinge essen, von denen Sie genau wissen, dass Ihnen davon schlecht wird?

Wenn Sie jetzt die große Maßnahmentafel und den ultimativen Tipp von mir erwarten, wie man dieses Problem dauerhaft in Schach hält, muss ich Sie enttäuschen. Sicher gibt es Tricks um auf Dauer besser durchzuhalten, doch das nimmt einen eigenen Artikel in Anspruch.

Heute wollte ich nur anschaulich machen, warum wir manchmal in ein Verhalten zurückfallen, von dem wir schon glaubten, dass wir es hinter uns gelassen hatten. Es kann passieren, niemand ist perfekt, jeder schläft einmal ein und wird dann von Dingen überrollt, die er hinterher bereut.

Das Gute: Wir haben einen Katzenchef. Unser Körper zeigt uns klar an, was geht und was nicht. Und er bringt uns durch seine unangenehmen Reaktionen auch wieder auf Kurs.

Vertrauen Sie Ihrer Katze, sie ist er geborene Chef.

Ihr Körper hat ein so großes Bedürfnis nach Wohlgefühl, dass er Ihnen den richtigen Weg schon wieder zeigen wird. Sie müssen nur hin und wieder die Ohren spitzen!

Katz und Hund als Freunde

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Und wenn Ihr Hunderudel nicht mehr gehorcht und Sie Ihre Ernährungsrückfälle nicht mehr im Griff haben, mailen Sie mir.

Gemeinsam finden wir schon eine Lösung!

Hier können Sie meine Beratungspakete ansehen.

2 Antworten
  1. Vero
    Vero says:

    Oh ja,
    ich stolperte am Freitag über eine Tafel Vivani Dunkle Nougat Nuss.
    Es war bisher nur eine Rippe (4 Stück) und ich hab sie schon vor meinem Golden Retriever versteckt.
    Blöderweise schläft meine Katze noch, denn mein Blutzucker ist ’noch‘ brav.
    Das ist noch schlimmer, denn jetzt sagt der Boarder Colli natürlich, dass ich ja unbesorgt nochmal eine Rippe essen darf – die Katze schläft ja noch…

    Danke für diesen wundervoll bildlich dargestellten Teufelskreis, den wohl jeder mit irgend einer Form der Lebensmittelunverträglichkeit durchläuft.
    Danke für deine Ehrlichkeit uns gegenüber <3

    • Anke
      Anke says:

      Danke! Diese Schoki gehört auch zu meinen verträglichen Sorten, aber ist sooo lecker, dass ich versuche sie nicht zu kaufen. Bleib stark!

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